Thilo von Trotha

Merseburgs legendärer Kirchenfürst

10.08. - 02.11.2014, Merseburger Dom, Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg

Der Merseburger Dom St. Johannes und St. Laurentius

Dom und Schloss Merseburg

Der Merseburger Dom (Gesamtlänge 75 m) ist eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche mit östlichem Querhaus. Zwei Rundtürme flankieren den Ostchor; im Westen werden die Seitenschiffe durch zwei quadratische, in den Obergeschossen rechteckige Türme abgeschlossen. Eine dreischiffige basilikale Vorhalle ist dem Dom im Westen vorgelagert.

Im Jahr 1015 fand die Grundsteinlegung durch Bischof Thietmar von Merseburg (berühmter Chronist der sächsischen Kaiserzeit) statt; 1021 erfolgte im Beisein des Kaisers Heinrich II. die erste Domweihe statt.
Ein bedeutendes Ereignis frühromanischer Baukunst ist die dreischiffige, vierjochige Hallenkrypta (zwischen 1015 – 1042). Sie ist eine der ältesten, unverändert erhaltenen und zählt wegen ihrer Gesamtanlage und wegen der feinteilig gegliederten und zart profilierten Pfeiler zu einer der schönsten Hallenkrypten Mitteldeutschlands.

Um 1230 erfolgte eine spätromanische Erneuerung des Chor- und Querhauses sowie der Vorhalle. Um 1500 wurde das Langhaus unter Bischof Thilo von Trotha umfassend spätgotisch erneuert und erhielt weitgehend sein heutiges Aussehen.

Künstlerisch außerordentlich wertvoll ist die reiche Ausstattung des Domes mit Altären, Grabplatten und Epitaphien aus verschiedenen Jahrhunderten. Zu den bedeutendsten Kunstwerken gehören das älteste europäische Bildgrabmal – die Bronzeplatte Rudolphs von Schwaben, des Gegenkönigs Heinrich IV. – sowie das einmalige mittelalterliche Geläut des Doms.
Auch die im 13. Jahrhundert erbaute Vorhalle enthält mit dem romanischen Taufstein aus dem 12. Jahrhundert und dem von der Werkstatt des Naumburger Meisters geschaffenen Grabstein des Ritters von Hain besonders erlesene Kunstwerke.
Sehr bekannt wurde der Merseburger Dom durch den Fund der Merseburger Zaubersprüche und seine von Friedrich Ladegast erneuerte Domorgel. Mit ihren 5687 Pfeifen gilt sie als eine der größten und klangschönsten romantischen Orgeln Deutschlands.